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05.05.19 – Spitzenspiel gegen Berolina Stralau 5:0

-Shakehands unter Spitzenreitern;
Der Spitzenreiter in der Liga Fairplaywertung, der FSV Berolina Stralau,
gratuliert dem Liga – Spitzenreiter Berliner Amateure zum Sieg-
SC Berliner Amateure – FSV Berolina Stralau 5:0 (2:0; 3:0)
Ein Bericht über den 18. Spieltag
Dass ihr Trainer Michael Zaske einen guten Wein zu schätzen weiss, wissen die
meisten unter den gut eingeweihten Spielern, Fans, Förderern und Ultras rund um das
Team. Und dass die von ihm betreuten Mannschaften meist oben, wenn nicht sogar
ganz oben im jeweiligen classement zu finden sind, hat sich mittlerweile auch schon
herumgesprochen, dieser Tage sogar bis in die Chefetage des Vereins.
Glanz in der Hütte
Die Anerkennung dafür, was in den letzten Jahren von diesem Trainerteam Jahr für
Jahr geleistet wird und zwar mit einem Zeitetat und einem Kostenbudget, für den
jeder andere locker mal einen halben Jahresurlaub auf Malle verjubeln könnte, wächst
ebenso und dürfte mit dem bislang Erreichten eigentlich schon seinen Höhepunkt
erlebt haben.
Denn die in diesem Jahr vom Trainerteam zusammengestellten A-Junioren mit den
beiden Jahrgängen 2000 und 2001 schicken sich gerade an, dem kleinen Kreuzberger
Kiezclubs eine gehörige Portion Glanz in die Hütte zu bringen, weil es zuvor noch
keinem anderen AMA-A-Juniorenteam zuvor gelungen ist, in die beletage des Berliner
Fussballverbandes aufzusteigen, in die Verbandsliga. Doch noch ist es nicht ganz
soweit. Bis dahin gilt es noch zwei Punkte einzufahren, die man sicher allzu gern
schon im nächsten Spiel bei Türkiyemspor einsacken möchte.
Aber man kann sich schon fragen: Wie konnte das passieren ? Die Antwort… nun ja …
Wie kann der Winzer, der den Wein formt, der seine Reben hegt und pflegt, einen
guten Wein kreieren ? Er kennt die Reben, den Boden, das Wachstum und weiss
schliesslich um den besten Mix. Offenbar ist es Michael Zaske und seinen
Trainerkollegen Thomas, Eggy und den B-1-Trainern gelungen, aus zwei verschiedenen
Jahrgangsteams ein Team formen, in dem alles wunderbar passt. Ein sehr guter
Jahrgang ist dabei entstanden: ausdrucksstark, harmonisch, durchsetzungsfähig,
charakterfest. Eigenschaften, die auch allesamt auf die Spieler dieses Teams zutreffen.
Es war einmal…
Anders als in den Jahren zuvor, als stets eine andere Mannschaft einen Tick besser,
abgeklärter war, einfach abgezockter Fussball spielte (Saison 2016-2017 SV
Lichtenberg), oder sie sich selber um die Früchte brachte, weil ihnen zu oft der lucky
punch fehlte, hat sich das Team um Kapitän Julius in dieser Saison langsam aber
kontinuierlich gesteigert. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die beim
Aufeinandertreffen zweier Teams entstehen, haben sie sich gefunden, Abgänge,
Zugänge und Rückkehrer inbegriffen, die zusammen genommen dem Team die Gestalt
der besten Mannschaft in der Landesliga 2 geben.
Ein Werdegang mit Lektionen
Musste man sich in der Hinrunde nach guter Leistung vom späteren Herbstmeister
BFC Dynamo glatt mit null-zu-fünf klatschen lassen und den Stralauern ein äusserst
mühevolles 3-1 abringen, so strahlt das AMA Team der Rückrunde vor allem eins aus:
Souveränität – oder mit anderen Worten: an uns kommt ihr nicht vorbei !
Und das sieht zum Beispiel so aus: Da wird der Ball im schnellen Gegenpressing
zurückerobert, klug verteilt, während sich viele wieder freilaufen und Räum öffnen, da
steht die Viererkette immer im richtigen Abstand zum defensiven Mittelfeld, das
schnell überbrückt wird, um das Spiel auf die Seiten zu verlagern. Stichwort Umschaltspiel.
Für viele Teams, die den Weg kreuzten, muss es wie ein Anschauungsunterricht
in Sachen Spieleröffnung, Spielverlagerung, Spielbeschleunigung, Spielkontrolle
angemutet haben. Selbst wenn sie mal nicht am Ball sind, haben sie irgendwie alles
im Griff. Und auch wenn es mal ins Auge zu gehen drohte, so, wie zuletzt beim
Spitzenreiter der roten Karten, dem 1.FC Wilmersdorf, wo man am Rande einer
Niederlage stand und am Ende einen „Spielabbruch“ findet: Abgestürzt sind sie nicht.
Noch ist keine Wertung des Spiels erfolgt, jedoch stehen die Chancen gut, dass es
nach dem Vierzuvier das nächste Pünktchen aufs Konto geben wird. Es wäre das 50.
im 19. Spiel. Auch diese Hürde haben sie also genommen, bis vor das Sportgericht.
„Erster gegen Zweiter“ – der Zülle gut gefüllt beim Spitzenspiel
Das hört sich vielversprechend an. In Wirklichkeit findet der Zweikampf um die
Meisterschaft allerdings zwischen Dynamo und AMA statt, die, wenn sie es beide
durchziehen, punktgleich auf die Ziel-Linie zusteuern. Die Amateure mussten daher
unbedingt gegen den aktuellen Zweiten Stralau gewinnen, um in der komfortablen
Position des Tabellenersten zu bleiben.
Dem Trainerappell zum „Anfeuern“ waren Viele gefolgt: Eltern, Geschwistern, Fans
und Ultras. Was war zu erwarten ? Dynamo Berlin, die Reservemannschaft für das
Regionalliga Team vom BFC wurde in einem sensationellen Spiel mit 7 zu 1 nach
Hause geschickt. Lässt sich sowas wiederholen, oder war das ein einmalige
Performance ?
Der FSV Berolina Stralau reiste mit der Empfehlung als bestes Rückrunden- und
bestes Auswärtsteam an den Zülle und hatte in 90 Minuten gerade mal eine
hundertprozentige Chance aus dem Spiel heraus – und die wurde pariert vom super
aufgelegten (Ersatzersatz-)Torhüter im Tor der Amateur. Das sagt vieles aus. Nicht,
dass es einseitig war – sie hatten ihre Spielanteile – aber sie hatten keine Idee, kein
Rezept oder einfach nicht die Klasse, um die AMA-Deckung ernsthaft zu gefährden.
Selten konnte man sich als Zuschauer so sehr von diesem Team mitnehmen lassen.
Auf jeder Position ist man irgendwie besser besetzt als der Gegner.
Selbstbewusstsein und Teamgeist
Es sind die letzten Spieltage einer Saison die glänzend verlaufen ist. Liegt es an den
schwachen Gegnern oder liegt es an den starken Amateuren ? Michael geht dieser
Frage schon länger nach, organisiert Spiele gegen Verbandsligisten, die man
abgesehen von einer derben Klatsche bisher alle gut gemeistert hat, er fordert sein
Team heraus, weil die Gegner in dieser Klasse leider nicht an das Niveau seines Teams
herankommen. Es hat sich gelohnt: Jeder Spielzug wirkt durchdacht, von der kleinen
Passfolge bis zum langen Ball auf die Aussen, die hinein ziehen, um im besten Moment
abzuspielen, den besser postierten Mitspieler zu finden – das alles ist ganz schwer zu
verteidigen.
Keines der fünf Tore gegen den bisherigen Zweiten Stralau wird irgendwie gemacht,
da gibt es keine Abpraller, keine verzweifelten Freistösse oder mit der Brechstange
hinein gewuchtete Bälle, keine Solos. Es sind ganz einfach schön heraus gespielte
Tore, eins schöner als das andere.
Halbzeit eins: Alles im Griff
Die Dynamos haben sie auch vom Anpfiff an schwindelig gespielt, das Pulver nass
gemacht, ihnen taktisch die Grenzen aufgezeigt. Gegen Stralau ist es das 2-0 von
Anton, dass das Spiel praktisch schon entschieden hat und das Fünkchen Hoffnung bei
den Stralauern mindestens schon angeknockt. Ein Steilpass in den Lauf gespielt und
nach Antons unwiderstehlichem Antritt wird der Ball im langen Eck versenkt. Die
Berolina aus Stralau war natürlich gekommen, um ein wichtiges Wörtchen mitzureden
bei der Vergabe des Meistertitels. Man hat ja sogar selber noch die Chance,
aufzusteigen – Siege gegen die direkte Konkurrenz vorausgesetzt. Der Respekt bei den
Amateuren war gross, aber noch grösser war ihr Selbstvertrauen, im entscheidenden
Moment noch einen drauf zu legen. Eine Parallele zum Spiel gegen den BFC, als Jakob
den Elfer hielt und die Dynamos danach einfach auch mit ihrem Latein am Ende
waren.
Halbzeit zwei: Showdown
Heute fehlt ihnen Jakob hinten im Tor, aber sie hätten ihn auch gar nicht unbedingt
gebraucht, erstens weil sein Ersatz (-Torhüter im Felddress mit Laibchen) den Kasten
prima sauber hält und zweitens, weil es gar nicht so viel zu Halten gibt.
Mit jedem der drei Tore in der zweiten Halbzeit wird die Dominanz der AMAKombinationsfussballer
deutlicher und die Chancenlosigkeit der Stralauer klarer.
Das Tor zum Dreinull: Der Ball wird dem Gegner im defensiven Mittelfeld abgejagt,
dann folgt die kluge Vorlage von Aimo auf Tilman, der den Ball im langen Eck
versenkt. Das Viernull: Anton erobert einen Ball an der Strafraumkante, legt ab auf
Robin, der eiskalt zum Viernull trifft. Das Fünfnull ist dann das Sahnehäubchen in
Sachen Angriffsspiel und Ausdruck fortwährender Konzentration bei den AMAs. Anton
macht dann noch ein Abseitstor und scheitert anschliessend am ausgezeichneten
Torhüter, der noch ihr bester Spieler war und einen höheren AMA Sieg verhindert. Sie
haben keine Chance, das müssen auch die beiden Trainer anerkennen, deren
Matchplan nicht aufgeht: Immer nur „lang und weit“, das klappt heute nicht, Stralau
bekommt keinen Zugriff mehr aufs Spiel.
Das Saisonfinish: Hingehen und zuschauen !
Es sind noch drei Spieltage. Den Fuss in der Tür haben sie nun locker drin und am
Aufstieg gibt es seit dem Spiel heute eigentlich keine Zweifel mehr. Rein rechnerisch
benötigt man noch zwei Punkte aus den drei verbleibenden Spielen. Aber wen
interessiert das jetzt: Sie wollen alle Neune ! Dann und nur dann können sie auch die
Schale in die Höhe halten und die Dynamos, die noch 4 Spiele haben und 12 Punkte
holen können, über das bessere Torverhältnis und den direkten Vergleich auf Distanz
halten. Zuerst geht es gegen Türkyiemspor im Lokalderby an der Blücherstrasse, dann
gegen Wacker Lankwitz und zum Ende der Saison im Heimspiel gegen die kleine
Hertha aus Charlottenburg.
Wenn sie so weitermachen, könnten sie am Ende ihrer Jugendfussballzeit tatsächlich
ganz oben stehen und das Gefühl geniessen, etwas erreicht zu haben: Die Schale zu halten und in die höchste
Klasse aufzusteigen. Chapeau ! Mehr davon ! Viel Glück, Jungs !
Für AMA spielten: Konrad, Lukas, Ahmad, Yannik, Umut, Gomez, Leon Diego, Luis,
Tom, Aimo, Julius, Anton, Lamin, Tilman, Linus, Robin